SAMUEL VALENZUELA III


Samuel Valenzuela III

DER FALL

Samuel Valenzuela III ist ein 1977 geborener US-Amerikaner lateinamerikanischer und indianischer Abstammung.

Seine Kindheit verbrachte er in der Mescalero Apache Reservation, New Mexiko (USA), später in Nevada (USA).


Im März 1994 lebte Samuel dort mit Mutter und Schwester in einem Apartment. Gemeinsam betreuten sie die 2-jährige Alyssa - die Tochter von Charity, der Nachbarin.


Gegen 22:00 Uhr kam Charity zurück und holte das schlafende Mädchen ab, etwa 45 Minuten später bat sie Samuel telefonisch darum, sie mit dem Kind in das nahegelegene Krankenhaus zu fahren.

Der behandelnde Arzt im Krankenhaus stellte fest, dass das Mädchen eine frische, stark blutende Wunde im Anus aufwies, die zeitlich erst in der Obhut ihrer Mutter entstanden sein konnte.


Wie vereinbart fuhr Samuel etwa eine Stunde später mit seiner Mutter und Schwester erneut zum Krankenhaus, um Charity und Alyssa abzuholen. Dort wurden sie von fünf Polizisten erwartet, die Samuel zum Revier brachten.

Durch Blutuntersuchung und Körperscan sollte festgestellt werden, ob es bei ihm Anzeichen einer Vergewaltigung gab.

Obwohl dies nicht der Fall war, folgten stundenlange Verhöre.


Charity behauptete, Alyssa hätte ihr erzählt, dass Samuel sie verletzt habe. Das Kind selbst wurde zwar von verschiedenen Personen befragt, bestätigte jedoch zu keinem Zeitpunkt Charity's Aussage.


In Samuel's Wohnung fand man keine Indizien für eine Verletzung. In Charity's Apartment fand man keine Spuren von ihm.

Bei Alyssa's Untersuchung stellte sich heraus, dass es weder fremde DNA-Spuren noch Hinweise auf eine Vergewaltigung gab. Die Wunde wurde mit einem Gegenstand erzeugt.


Charity ist Angehörige einer reichen und sehr einflussreichen Familie. Samuel dagegen kommt aus ärmlichen Verhältnissen.

Während der Ermittlungen saß er in Untersuchungshaft und wurde nach mehreren Monaten mit einem Pflichtverteidiger, der sich in keinster Weise für ihn einsetzte, vor Gericht gestellt. Auf die zahlreichen Ungereimtheiten wurde nicht hingewiesen, doch Samuel's Familie konnte keinen Anwalt bezahlen.


Samuel wurde letztlich trotz fehlendem Motiv und fehlender Gelegenheiten zur möglichen Tat schuldig gesprochen. Ihn selbst traf der Schuldspruch völlig überraschend, zumal er von seiner Unschuld und der schlechten Beweislage wusste.


Verurteilt wegen schwerer Körperverletzung an einer unter 16-Jährigen und einer sexuellen Motivation bezichtigt, trat er eine lebenslängliche Haftstrafe im Ely State Prison - einem der brutalsten Hochsicherheitsgefängnisse der USA mit gewalttätigen Schwerverbrechern und sehr schlechten Lebensbedingungen - an.

Verrufen als Kinderschänder musste er sich ständigen Übergriffen zur Wehr setzen und erlitt zahlreiche Verletzungen.


Samuel's Pflichtverteidiger klärte ihn nicht über die Möglichkeit einer Berufung nach dem Urteilsspruch auf, sodass er diese Gelegenheit verpasste. Die Bewährungsanhörungen in den Jahren 2003, 2006 und 2009 wurden abgelehnt.


Der Versuch, sich nicht mehr an Auseinandersetzungen zu beteiligen, um nicht negativ durch gewalttätiges Verhalten aufzufallen, führte zu einem Anstieg der Brutalität, sowie vermehrten Übergriffen. Nach einem besonders heftigen Angriff wurde Samuel mit schweren Verletzungen zur Krankenstation gebracht.


Zu diesem Zeitpunkt hatte Samuel bereits 17 Jahre im Ely State Prison verbracht. Nach dem Vorfall wurde er in ein anderes Gefängnis mit besseren Haftbedingungen verlegt, in welchem er sich heute noch befindet.


Samuel ist 36 Jahre alt. Falls die Bewährungsanhörung 2015 scheitert, muss er weitere 3 Jahre bis zur nächsten warten. Sollte er hingegen auf Bewährung entlassen werden, hätte er kaum eine Möglichkeit auf ein würdiges Leben in Freiheit.


Körperlich und seelisch gezeichnet hat er weder Geld, eine Ausbildung, noch Berufserfahrung. Zudem würde er unter den gesetzlichen Einschränkungen eines Haftentlassenen auf Bewährung und als registrierter Sexualstraftäter leben.

So könnte Samuel seinen Wohnort nicht frei wählen, könnte keine Familie gründen und würde unter konstanter gesellschaftlicher Ächtung leiden. Außerdem würde er leicht in den Fokus von Ermittlungen geraten.


Sein größter Wunsch ist die Chance, seinen Ruf wiederherstellen zu können, indem seine Unschuld offiziell nachgewiesen wird, doch noch immer fehlt das Geld für einen guten Anwalt.

Mit Hilfe eines Rechtsbeistandes könnte durch eine Petition die Wiederaufnahme seines Falls ermöglicht werden.

Erst, wenn diese gewährleistet ist, werden ihm vom Staat finanzielle Hilfen und ein Rechtsbeistand zu Verfügung gestellt.


Doch bis dahin bekommt er keinerlei staatliche Unterstützung.


AKTUELLER STATUS

Samuel hofft auf einen Erfolg bei der nächsten Bewährungsanhörung im Jahr 2015, fürchtet gleichzeitig jedoch die schlechten Chancen für einen guten Wiedereinstieg ins Leben. Vielleicht kann sogar eine Neuauflage seines Falls erreicht werden, doch dafür fehlen ihm nach wie vor die finanziellen Mittel, sowie die juristischen Kenntnisse.


Vor wenigen Wochen veröffentlichte Samuel eine Kurznachricht: Das Innocence Project wird für ihn einen Rechtsanwalt beauftragen, der erneut nachweisen und unterstreichen soll, dass die gefundenen DNA-Spuren nicht zu ihm gehören, sondern zu einer Person, der bisher nicht nachgegangen wurde.


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